Datensicherung

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1. Aufgabe:

Bei der Datensicherung geht es grundsätzlich um folgende Aufgaben:

  • Sicherung des Betriebssystems

  • Sicherung der Anwenderdaten

  • Sicherung der Installationsdateien

  • Sicherung von Lizenzen

  • Sicherung der installierten Anwendungen

Daß der aktuelle Zustand des Betriebssystems von Zeit zu Zeit gesichert werden sollte, dürfte niemanden überraschen. Defekte Treiber, Viren, mißglückte Updates und vieles mehr können das System völlig lahm legen. Ebenso klar ist die Notwendigkeit der Sicherung von Anwenderdaten.

Wieso aber sollte man die Installationsdateien sichern wollen? Nun, spätestens bei der Installation des nächsten Rechners beantwortet sich die Frage von selbst. Viele Anwendungen werden heutzutage über das Internet und nicht mehr auf einer CD ausgeliefert. Werden sie nicht aufbewahrt, stellt sich bei der nächsten Installation vielleicht heraus, daß sie auch über das Internet nicht mehr verfügbar sind.

Gleiches gilt für die Lizenzen - sowohl für Programme als auch für DRM-"geschützte" Musik- und Videodateien, falls zu diesen eine Lizenzdatei gehört.

Manche DRM-Systeme stellen vor dem Abspielen Anfragen an den Server des Anbieters. Bevor Sie so etwas kaufen, sollten Sie den Anbieter fragen, was er im Falle seiner Insolvenz oder seines Verkaufs zu tun gedenkt, um Ihnen die Nutzung weiterhin zu ermöglichen.

Schließlich stellt sich die Frage, warum installierte Anwendungen gesichert werden sollten. Z.B. weil Dateien wichtige Einstellungen enthalten, die nur schwer wiederherzustellen sind. Weil sonst nach einer Beschädigung wieder eine umfangreiche Neuinstallation notwendig wird. Und so weiter. Möglicherweise muß ja nur ein Teil der Anwendungen gesichert werden.

 

2. Medien:

Für die Sicherung stehen aus heutiger Sicht vor allem folgende Medien zur Verfügung:

  • Streamer (vor allem DAT-Streamer)

  • CD/DVD

  • (Externe!) Festplatte

Streamer sind noch immer die sicherste Methode, aber relativ teuer und ihre Geschwindigkeit ist nicht gerade rekordverdächtig. Also eher etwas für Profis.

CD's und DVD's sind kostengünstige Medien, aber nicht so zuverlässig, wie zu wünschen wäre. Dabei sind CD's tendenziell wegen der geringeren Schreibdichte robuster. Man sollte hier unbedingt auf Markenprodukte achten. Untersuchungen der Qualität z.B. durch die Zeitschrift c't helfen bei der Auswahl. Ich selbst habe bisher mit Produkten der Firma verbatim gute Erfahrungen gemacht. Natürlich spielt auch die Qualität des Brenners eine Rolle - der Beste ist gut genug.

Eine externe Festplatte ist für Backup-Zwecke zunächst sehr attraktiv. Sie ist aber auch eine extrem effiziente Datenvernichtungsmaschine! Abgesehen von einem möglichen Headcrash können durch Kontaktprobleme des USB-Kabels während des Schreibvorgangs, Probleme mit der Stromversorgung usw. die internen Verwaltungsstrukturen der Platte zerstört werden. Das gilt insbesondere bei der Verwendung mit einem Notebook.

Vor Verwendung einer Festplatte sollte daher die Stabilität des Systems durch Kopieren möglichst vieler GB Daten und anschließendes Vergleichen sichergestellt werden. Falls möglich, sollten Schreibrechte für die Platte nur dem Administrator oder Backup-User eingeräumt werden, um versehentliches Löschen bestehender Backups zu vermeiden.

Am besten verwendet man sowohl eine externe Festplatte als auch gelegentlich ein Komplett-Backup auf DVD. Diese Streuung verringert das Risiko eines Verlusts.

Von der Verwendung von Flashspeicher für die Datensicherung möchte ich wegen mangelnder Langzeitbeständigkeit abraten.

Und eine zweite interne Festplatte? Scheidet ebenfalls aus, denn bei einem Ausfall des Netzteils könnte auch diese beschädigt werden. Außerdem ist wegen des dauernedn Betriebs ein Ausfall wahrscheinlicher. Relativ sicher ist nur, was sich nicht mehr im Rechner befindet.

 

3. Vorgehensweise

3.1 Sicherung des Betriebssystems

Die Sicherung des Betriebssystems erfolgt am besten mit einem der zahlreichen erhältlichen Imaging-Programme. Früher hätte ich hier die Software Norton Ghost von Symantec (früher DriveImage von Powerquest) empfohlen. Leider denkt der Hersteller mehr an seine Belange (Aktivierung) als an die Verwendbarkeit.

Ein Imaging-Programm sollte nicht erst installiert werden müssen, bevor man es verwenden kann. Ich verwende derzeit das Programm DriveSnapshot, welches sich mehr auf die Funktionalität als auf optische Spielereien konzentriert und durch seine geringe Größe auch auf eine bootfähige CD paßt .

Wozu nun wieder eine bootfähige CD? Nun, man kann z.B. Windows zwar im laufenden Betrieb sichern, aber nicht wieder restaurieren. Das geht nur über eine bootfähige CD, z.B. BartPE oder eine Spezialversion davon, wie sie z.B. von der Zeitschrift c't immer mal wieder veröffentlicht wird.

Man sollte aber vor dem Eintreten des Ernstfalles sicherstellen, daß die CD tatsächlich bootet. SATA-Laufwerke sind nicht mit allen BIOSen bootfähig. Gibt es kein Update, hat man ein Problem.

 

3.2 Datensicherung

Es ist unglaublich, welch miserable Qualität die meisten als Backup-Programme verkauften Machwerke aufweisen. Falls man so etwas trotzdem einsetzen möchte, gilt es, diese zunächst ausgiebig zu testen: werden die Archivflags korrekt behandelt?, werden alle Dateien gesichert?, falls nicht: wird darauf im Protokoll hingewiesen?, gibt es eine Verify-Option, werden alle Features des Dateisystems unterstützt, usw.

Ich selbst verwende Backup-Software nur noch für den Streamer. Für die Festplatte hat sich die Lösung Hard-Link-Backup der c't sehr gut bewährt. Durch die Hard-Links scheinen stets alle gesicherten Daten zur Verfügung zu stehen. Tatsächlich sind bereits von einer vorhergehenden Sicherung vorhandene Dateien lediglich Verweise, eben sog. Hard-Links.

Für Komplett-Backups auf CD/DVD verwende ich WinRAR, ein Archivprogramm, welches das Archiv auch auf mehrere Medien aufteilen und mit Authentizitätsinformationen versehen kann.

Während des Backups sollten möglichst keine anderen Programme laufen. Nach dem Backup sollte man zumindest von Zeit zu Zeit prüfen, ob die Dateien tatsächlich geschrieben wurden. Z.B. durch den Staubsauger könnte sich ein Kabel gelöst haben.

 

4. Strategien

Die für Streamer oft empfohlene Methode eines zyklischen Backups ist - ohne zusätzliche Maßnahmen - für eine diesen Namen verdienende Datensicherung kaum tauglich!

Warum?

Durch einen Programmfehler kann z.B. eine Datenbank bei jedem Zugriff ein wenig mehr zerstört werden. Mit etwas Pech fällt der Fehler erst nach mehreren Wochen auf. Zum Zeitpunkt der Entdeckung sind bei einem zyklischen Backup evtl. bereits alle Sicherungen ebenfalls zerstört. Aus der Traum von der Sicherheit der Daten!

Was soll ich tun?

Um das beschriebene Problem zu vermeiden, sollte am besten kein Backup jemals wieder überschrieben werden. Für vollständige Backups ist diese Vorgehensweise ziemlich teuer. Es genügt jedoch, inkrementelle Backups zu erstellen und diese aufzubewahren. Zwischendurch kann man gelegentlich ein vollständiges Backup einschieben, damit sich die zum Restore benötigte Zeit in Grenzen hält.

Eine weitere Möglichkeit sind differentielle Backups - diese sind zwar meist größer, können aber schneller restauriert und bei Bedarf nachträglich ausgedünnt werden.

Wie erleichtere ich mir das Backup durch Organisation meiner Festplatte?

Das Backup wird sehr erleichtert, wenn alle Daten in einer eigenen Partition oder mindestens in einem eigenen Zweig des Verzeichnisses angeordnet sind. Man braucht dann das Backup-Programm lediglich anzuweisen, diese Partition bzw. dieses Verzeichnis mit Unterverzeichnissen zu sichern. Damit kann man ausschließen, daß Daten versehentlich nicht gesichert werden.

Leider überfordert diese Organisation die Vorstellungskraft mancher Programmierer. Nur so läßt sich erklären, daß die Angabe eines Verzeichnisses, in dem die Daten gespeichert werden, bei manchen Programmen nur mit Tricks möglich ist.

 

5. Lagerung der Medien

Streamerbänder sollten kühl, trocken und nicht in der Nähe von Magneten gelagert werden. CD's/DVD's sind Magnetfeldern gegenüber unempfindlich, sollten aber unbedingt dunkel gelagert werden. Festplatten wiederum müssen vor Magneten und starker mechanischer Beanspruchung geschützt werden.

Keinesfalls sollten CD's und insbesondere DVD's mit Etiketten beklebt werden - auch, wenn diese angeblich dafür geeignet sind. Die Etiketten führen meist zur frühzeitigen Zerstörung mindestens eines Teils der Daten.

Wenn das Haus abbrennt, sind auch die Sicherungen weg. Wessen Existenz von den Daten abhängt, sollte vielleicht die Lagerung eines Komplett-Backups (regelmäßig aktualisiert!) in einem Bank-Schließfach erwägen. Kostengünstigere Lösung: Austausch der Datenträger mit Freunden, Verwandten oder anderen vertrauenswürdigen Personen.

 

Zuletzt geändert am 19.01.09