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Unterschätzen Sie nicht die Wirkung der Zinseszinsen! Zur Abschätzung der Zeit d in Jahren, nach welcher sich ein Kapital K0
bei jährlicher Verzinsung mit dem Zinssatz p unter Berücksichtigung der
Zinseszinsen verdoppelt hat, kann die folgende einfache Formel verwendet werden:

Die genaue Berechnung für eine Vervielfachung des Kapitals mit dem
Faktor v kann nach folgender Formel erfolgen:

Die folgende Tabelle zeigt für einige ausgewählte Zinssätze p die Anzahl der
Jahre, die benötigt werden, bis sich ein Kapital um den Faktor v vervielfacht
hat:
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Zinssatz p |
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Vervielfachung v |
2 |
4 |
6 |
8 |
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1,1 |
4,8 |
2,4 |
1,6 |
1,2 |
|
1,2 |
9,2 |
4,6 |
3,1 |
2,4 |
|
1,3 |
13,2 |
6,7 |
4,5 |
3,4 |
|
1,4 |
17,0 |
8,6 |
5,8 |
4,4 |
|
1,5 |
20,5 |
10,3 |
7,0 |
5,3 |
|
1,6 |
23,7 |
12,0 |
8,1 |
6,1 |
|
1,7 |
26,8 |
13,5 |
9,1 |
6,9 |
|
1,8 |
29,7 |
15,0 |
10,1 |
7,6 |
|
1,9 |
32,4 |
16,4 |
11,0 |
8,3 |
|
2 |
35,0 |
17,7 |
11,9 |
9,0 |
|
2,5 |
46,3 |
23,4 |
15,7 |
11,9 |
|
3 |
55,5 |
28,0 |
18,9 |
14,3 |
|
5 |
81,3 |
41,0 |
27,6 |
20,9 |
|
7 |
98,3 |
49,6 |
33,4 |
25,3 |
|
10 |
116,3 |
58,7 |
39,5 |
29,9 |
Berechnung der Rendite einer Anlage:
Wird ein Kapital jährlich mit einem (jeweils verschiedenen) Zinssatz ij
verzinst, so berechnet sich der effektive Zinssatz bzw. die Rendite
i zu:

Die Rendite ist der Zinssatz, der bei gleicher Verzinsung pro Zinsperiode
gezahlt werden müßte, um das gleiche Endkapital zu erreichen.
Die Rendite hat nichts mit der durchschnittlichen Wertentwicklung zu
tun, die oft höher liegt, aber kaum Aussagekraft besitzt.
Wird ein Kapital K0 für eine Zeit d angelegt und erzielt nach
dieser Zeit ein Endkapital K1, so beträgt die Rendite:

Allgemein sollte bei der Renditebetrachtung nicht vergessen werden, daß diese
durch Ertragssteuern und Inflation weiter geschmälert werden.
Außerdem fallen oft noch Kosten für Verwaltung und Vertrieb an.
Die Inflation läßt die Rendite dahin schmelzen wie Schnee in der
Sonne. Vergessen Sie bei Ihren Berechnungen nicht den Kaufkraftverlust! Dumm ist
auch, daß bei der Berechnung der abzuführenden Steuer die Inflation nicht
berücksichtigt wird. Sie zahlen also Steuern für Gewinne, die Sie real gar nicht
erzielt haben! Warum? Um die Steuereinnahmen des Staates zu mehren. Der
Bundesfinanzminister freut sich mit Sicherheit über Ihren Kommentar hierzu!
Insbesondere Versicherungsverträge sind oft gezillmert. Das
bedeutet, daß alle Kosten für Vertrieb und Verwaltung in den ersten
Beitragsjahren von den Beiträgen abgezogen werden, so daß nur ein Teil der
Beiträge ins Investment fließt. Das schmälert die Rendite ganz erheblich, ist
aber leider noch immer nicht verboten. Für eine Renditebetrachtung ist es
wichtig, zu wissen, welcher Anteil der Beiträge in den ersten Jahren ins
Investment fließt. Aus gutem Grund erhält man diese Daten oft erst nach sanftem
Druck.
Bilder sagen mehr als Worte: das folgende Bild zeigt die Entwicklung einer
realen, fondsbasierten Lebensversicherung.

Die rote Kurve entspricht der Summe der Beiträge (5% Dynamik). Die blaue
Kurve zeigt die Wertentwicklung eines Tagesgeldkontos bei einer Verzinsung mit
3% zum Vergleich. Die grüne Kurve entspricht der blauen Kurve, wobei die Kosten
für Vertrieb und Verwaltung abgezogen wurden. Die schwarzen Pluszeichen
schließlich zeigen dem tatsächlichen Rückkaufswert der Versicherung.
- Folgt die Wertentwicklung der Versicherung der Vergleichskurve, dann
übersteigt diese wegen der Zillmerung erst nach ca. 12 Jahren die Summe der
Beiträge - bis dahin ist die Versicherung ein Verlust!
- Durch die Zillmerung wird das Guthaben am Ende der Laufzeit um ca. €7000
reduziert. Das sind die wahren Kosten für Vertrieb ("Beratung") und Verwaltung!
- Die Versicherung erzielt in guten Zeiten nicht mehr Gewinn als ein
Tagesgeldkonto mit 3% Verzinsung - allerdings abzüglich horrender
Kosten!
- Die Versicherung läßt keine Anzeichen erkennen, jemals die Rendite eines
Tagesgeldkontos mit 3% Verzinsung zu schlagen!
- Der erwirtschaftete Gewinn steht in einem krassen Mißverhältnis zu den
Kosten!
Für eine Zusatzrente von €500 benötigen Sie ein Kapital von grob geschätzt
€100.000. Multiplizieren Sie diese Summe mit der Zahl der Rentner (ca. 20 Mio.)
und setzen Sie das Ergebnis (ca. 2 Billionen) in Beziehung z.B. zum
Bruttoinlandsprodukt (in Deutschland ca. 2.4 Billionen Euro; Stand 2007). Fragen
Sie sich dann, ob es in der Wirtschaft für eine solch atemberaubende Menge an
Geld überhaupt genügend sichere Anlagen mit mindestens 3% Verzinsung geben kann.
Das wäre nämlich die Voraussetzung, damit die private Altersvorsorge
auf Basis von Finanzprodukten funktionieren kann!
Man bedenke folgendes:
- Man kann nicht mehr Steuern sparen, als man tatsächlich zahlt!
Reduziert man das zu versteuernde Einkommen z.B. durch Einzahlung in ein
Produkt zur Altersvorsorge, so ist für die Ersparnis der Grenzsteuersatz (bei
einem zu versteuernden Einkommen von €52152 bis €250000 z.B. derzeit 42%) plus
5,5% Solidaritätszuschlag (im Beispiel also insgesamt 44,3%) maßgebend. Es
gilt also etwa:

- Es gibt Institute, die die Steuerersparnis aufgrund der Beiträge zur
gesetzlichen Rentenversicherung ihrem Produkt zuschlagen!
- Die von den Instituten zuletzt empfohlene Anlage ist oft die für den
Kunden profitabelste, denn...
- Der "Berater" lebt meist direkt oder indirekt von den Provisionen. Die "Beratung"
ist also meist weder objektiv noch kostenlos. Die Kosten entstehen in Form
einer geschmälerten Rendite!
- Ihr "Berater" steht wahrscheinlich unter einem enormen Verkaufsdruck!
Er bekommt klare Vorgaben, wovon er wie viel zu verkaufen hat. Darunter werden
sich kaum Finanzprodukte befinden, die für Sie rentabel sind.
- Versicherungen zahlen besonders hohe Provisionen und haben daher
für den Anleger eine entsprechend niedrige Rendite.
- Mißtrauen Sie Anlageempfehlungen von Banken grundsätzlich! Nicht
selten verkaufen Ihnen die Institute ein Finanzprodukt und wetten mit einem
anderen Geschäft auf dessen Wertverlust. Man kann das ein
"Absicherungsgeschäft" nennen. Man kann es aber auch "Spekulation gegen die
eigenen Kunden nennen". Jedenfalls ermittelt in den USA die Staatsanwaltschaft
u.a. gegen die Deutsche Bank wegen dieser Praktiken.
- Mißtrauen Sie unternehmerischen Empfehlungen von Banken! Dieselben
Leute, die Ihnen heute eine Expansion mit Hilfe von Krediten aus ihrem Hause
empfehlen (um Ihr Unternehmen "sexy" zu machen), sind diejenigen, welche diese
Kredite in Zeiten der Not fällig stellen und Ihrem Unternehmen den Todesstoß
versetzen werden! Natürlich unter Ausdruck ihres größten Bedauerns.
- Auch mit Abgeltungssteuer bringt eine besser verzinste Anlage mehr
Rendite! Es gibt Banken, die das Gegenteil behaupten!
- Gemanagte Index-Fonds bringen selten höhere Renditen als die
entsprechenden Indizes (Verwaltungskosten/Kompetenz der Fonds-Manager).
- Dachfonds sollen ganz tolle Renditen erzielen. Sie haben aber
zunächst einmal höhere Verwaltungskosten!
- Was gut klingt, ist es dann oft doch nicht: erfolgsabhängige Gebühren
für Fonds werden oft mit vielen Tricks so berechnet, daß die Fondsgesellschaft
kaum jemals leer ausgeht. Viele kassieren hohe Gebühren trotz hoher Verluste.
Man muß die Meßlatte nur niedrig genug hängen, dann ist alles ein Erfolg!
- Analysten vergessen über komplexen mathematischen Modellen oft den
klaren Menschenverstand, bewerten Finanzprodukte, die sie selbst nicht
verstehen und sind oft finanziell anhängig von dem Institut, dessen Produkte
sie bewerten. Manche Schrottpapiere wurden noch kurz vor ihrem kompletten
Wertverlust mit "AAA" bewertet.
- Die neuen Bilanzierungsregeln erlauben, daß Wertpapiere, welche
ihren Wert verloren haben, mit ihrem Wert zum Zeitpunkt des Kaufs in den
Büchern gehalten werden. Das ist als ob man sein Auto zu Schrott fährt und
glaubt, dieses zum Neupreis verkaufen zu können.
- Die gesetzliche Rente wird seit langer Zeit schlecht geredet. Diese
verliert aber nicht ihren Wert, weil die Bank in Zertifikate investiert hat,
deren Inhalt sie selbst nicht gekannt hat. Oder weil das Institut pleite ist.
Oder weil in ein Schneeballsystem investiert wurde. Oder...
- Eine private Rente ist möglicherweise eine Chance, für das Alter
vorzusorgen. Sie ist aber auf jeden Fall eine Chance für Banken und
Versicherungen, enorme Gewinne zu generieren!
- Bei der Altersvorsorge geht es um viel Geld. Monatliche Beiträge
von €100 summieren sich rasch auf Endguthaben > €100000. Solche Beträge ziehen
Betrüger an wie... Man kann bei der Beurteilung der Qualität einer
Anlage gar nicht mißtrauisch genug sein!
- Für den Staat liegt die Lebenserwartung bei durchschnittlich 82 Jahren,
für manche Versicherungen bei über 90 Jahren! Resultat: deutlich geringere monatliche
Rentenzahlungen!
- Der garantierte Zinssatz Ihrer Kapitallebensversicherung bezieht
sich nur auf den Sparanteil! Dieser wird von den Versicherungen aus gutem
Grund meist nicht oder nur sehr widerwillig genannt. Er liegt oft bei nur 65%
bis 80% (was die Versicherung auf jeden Fall zu einem Verlustgeschäft macht), schwankt also zwischen den Anbietern erheblich. Kennt man den
Sparanteil, läßt
sich über den Rückkaufswert die tatsächliche Rendite ermitteln. Daran haben
die Versicherungen kein Interesse.
- Ob Ihre Altersvorsorge rentabel ist, können Sie relativ einfach
beurteilen: Sie sollten regelmäßig eine Mitteilung über deren Rückkaufwert
erhalten. Bilden Sie die Differenz zweier aufeinander folgender Werte.
Addieren Sie nun Ihre Beiträge für den entsprechenden Zeitraum. Die Differenz
der Rückkaufwerte sollte mindestens so groß sein wie die Summe Ihrer Beiträge
- verzinst mit mindestens dem Prozentsatz der Inflationsrate,
sonst machen Sie Verlust. In den ersten Jahren geht der größte Teil dieses
Verlusts an den Makler für die angeblich kostenlose "Beratung" und an die
Versicherung in Form von Verwaltungskosten.
- Mißtrauen Sie der offiziellen Inflationsrate! Durch passende
Manipulation des Warenkorbs kann man sich die Inflationsrate "ausrechnen", die
man braucht, um seine Finanzpolitik zu rechtfertigen. Durch Aufnahme von
High-Tech-Produkten wie Notebooks, deren Preis ständig sinkt, läßt sich z.B.
die Inflationsrate nach unten drücken. Aber wie häufig kaufen Sie einen
Computer und wie häufig kaufen Sie ein Brot? Nur bei gleich bleibendem
Warenkorb ist die Inflationsrate aussagekräftig. Definieren Sie sich am besten
Ihren eigenen Warenkorb und vergleichen Sie dessen Preis Jahr für Jahr.
- Ihre Spareinlagen sind (relativ) sicher. Dafür garantiert derzeit
der Bund - mit Ihren Steuergeldern und denen Ihrer Kinder!
- Ihr Auto muß regelmäßig zum TÜV, wird also regelmäßig kontrolliert. Die
Zulassung zum Betrieb ist an viele Bedingungen geknüpft. Anders im
Finanzwesen: Politiker und Finanz-"Fachleute" sind stolz darauf,
einige die
letzten verbliebenen Kontrollen auch noch abgebaut zu haben!
- Politiker von CDU, SPD, ganz besonders der FDP, aber auch der
Grünen haben die Finanzkrise durch ihre Politik erst möglich gemacht! Erwarten
Sie von denen nicht die Lösung des Problems! Dadurch würden manche dieser
Damen und Herren ihr warmes Plätzchen in der Finanzindustrie am Ende ihrer
politischen Karriere gefährden.
- Komplexe Finanzprodukte verschleiern oft nur ihre schlechte
Rendite!
- Banken und Versicherungen, die massiv für sich werben und die sich
lautstark mit ihrer erzielten Eigenkapitalrendite brüsten, gehören nur sehr
selten zu denjenigen, die auch dem Kunden eine gute Rendite bieten.
- Eine hohe Eigenkapitalrendite ist nicht unbedingt ein gutes Zeichen
und keine besondere Leistung! Sie läßt sich nämlich auch durch
unverantwortliches Wirtschaften mit sehr geringem Eigenkapital und hohen
Krediten erreichen. Solche Firmen bekommen ernste Probleme, wenn die Geschäfte
einmal etwas schlechter laufen.
- Machen Sie nur Geschäfte, die Sie auch verstehen (gilt auch für
Banken und Versicherungen)!
- Kaufen Sie niemals Aktien auf Kredit!
- Was alle tun, ist deshalb noch längst nicht richtig!
- Mißtrauen Sie ungewöhnlich hohen Renditen! Diese stehen meist in Verbindung
mit hohen Verlustrisiken!
- Vorsicht bei Stufenzinsanleihen: diese enthalten oft ein
einseitiges Kündigungsrecht durch die Bank! Die Einstiegszinsen sind niedrig. Wenn die Zinsen für Sie
interessant werden, kündigt die Bank! Ich habe dies Erfahrung selbst gemacht!
Dem Kunden kann dadurch ein erheblicher Schaden durch Zinsverlust z.B.
gegenüber Bundesschatzbriefen entstehen. Der Staat kann nämlich nicht
vor Ablauf kündigen!.
- Je größer Ihr Vermögen ist, umso höher ist Ihr Risiko, über den
Tisch gezogen zu werden, denn Sie sind ein lohnendes Opfer. Seien sie sich
dessen bewußt!
- Anzug, Krawatte und großspuriges Auftreten ersetzen keine Kompetenz!
- Lassen Sie sich nicht durch finanzmathematische Fachbegriffe blenden! Der
Gewinn ist Auszahlung minus Einzahlung - und nur der bzw. die Rendite zählen!
- Mancher so genannte Finanzexperte war früher einmal Bademeister!
- Die finanzmathematischen Kenntnisse vieler dieser "Experten"
beschränken sich auf das Eintasten von Zahlen in ein Computerprogramm, dessen
Arbeitsweise sie nicht verstehen und dessen Ergebnisse sie nicht beurteilen
können. Hinterfragen Sie alles! Gibt es keine plausible Erklärung: Finger weg!
Es ist Ihr Geld!
- In den Zentralen der Banken und Versicherungen finden sich auch
tatsächlich hoch qualifizierte Mitarbeiter. Dazu gehören auch diejenigen,
welche die "finanztechnischen Massenvernichtungswaffen" ersonnen haben, die
u.a. zur Krise geführt haben. Der Staat ist mit der Kontrolle schon
deshalb überfordert, weil er nicht die Millionengehälter zahlen kann, die
solche Spezialisten in der freien Wirtschaft bekommen. Eine Begrenzung der
Gehälter ist schon aus diesem Grund sinnvoll.
- Tests beweisen es regelmäßig: die meisten "Beratungen" sind
mangelhaft!
- Unterschreiben Sie keinen Vertrag, ohne mindestens noch einen Tag
darüber zu schlafen! Arbeitet der "Berater" mit Zeitdruck: Vorsicht!
- Werden Sie mißtrauisch, wenn der "Berater" an Gefühle appelliert
("Sie haben doch auch Träume...", "Sie sind doch auch der Meinung, daß...",
"Da wäre man ja dumm, wenn man das nicht machen würde" (manchmal ist es
besser, in diesem Sinne dumm zu sein), usw.). Fakten zählen!
- Verlangen Sie die Versicherungsbedingungen bzw. den
Verkaufsprospekt von Finanzprodukten bevor Sie unterschreiben und
unterziehen Sie diese einer genauen Prüfung. Bekommen Sie die Unterlagen nicht
freiwillig, können Sie ziemlich sicher sein, dort unschöne Details zu finden.
- Es ist nicht verboten, einen Versicherungsantrag zu verändern!
Wollen Sie z.B. keine Mindestlaufzeit des Vertrages, dann streichen Sie die
entsprechende Passage. Die Versicherung muß dann abwägen, ob sie ein Geschäft
zu Ihren Bedingungen oder eben kein Geschäft macht. Sie wird sich meist für
ersteres entscheiden (ggf. natürlich zu einem anderen Preis).
- Scheuen Sie sich nicht, nachzufragen, bis Sie ein Geschäft wirklich
verstanden haben! Reagiert ihr "Berater" darauf spöttisch bis herablassend:
lassen Sie die Finger von dem Angebot! Das ist eine gängige Technik zur
Verunsicherung, die seriöse Berater niemals anwenden würden! Wer selbst keine
Ahnung von dem Geschäft hat, der kann es Ihnen auch nicht erklären.
- Mißtrauen Sie Produkt-Empfehlungen im Internet, z.B. in Foren und
Blogs. Diese stammen oft von Maklern oder anderen Personen/Institutionen mit
Eigeninteresse!
- Lassen Sie "Berater" nicht im Unklaren darüber, daß Sie über
sein Institut Erkundigungen einziehen werden! Viele geben dann von selbst auf und sparen Ihnen
Zeit!
- Ein Heer von Lobbyisten sorgt dafür, daß Gesetze im Sinne der
Finanzindustrie gemacht werden! Damit wird legal, wofür man früher ins
Gefängnis kam! Machen auch Sie "Lobbyarbeit": fordern Sie von
Ihrem Abgeordneten, sich auch für die Interessen der Bürger einzusetzen, die
nicht für seine Partei "spenden"!
- Die Parteien beteuern stets, daß an erhaltene Parteispenden keine
Bedingungen geknüpft waren. Andererseits wäre laut höchstrichterlichem Urteil
eine Spende durch ein Unternehmen, die keinem Zweck zugunsten des Unternehmens
dient, Veruntreuung von Firmenvermögen und somit strafbar. Zumindest der
Hotel- und Gaststättenverband braucht eine entsprechende Anzeige nicht zu
fürchten. Und wenn alles moralisch einwandfrei wäre: warum weigert man sich
dann so hartnäckig, die Namen der "Spender" zu nennen?
- Daß ein Finanzprodukt von der BaFin genehmigt wurde, sagt fast gar
nichts aus! Es werden nur formale Kriterien geprüft. Prinzipiell können auch
betrügerische Angebote von der BaFin genehmigt werden. Firmen, die damit
werben, von der BaFin überwacht zu sein, sind verdächtig!
- Die BaFin ist personell beklagenswert schlecht ausgestattet. Das verrät
uns, wie wichtig der Staat die Kontrolle der Banken tatsächlich
einschätzt - im Prinzip ist das eine Aufforderung zum Betrug!
- Prominente sind selten Finanzgenies! Vertrauen Sie besser auf Ihren
eigenen gesunden Menschenverstand!
- Der sog. homo oeconomicus, also ein wirtschaftlich stets
vernünftig handelnder Mensch, existiert nur in der Fantasie der
Volkswirtschaftler! In der realen Wirtschaft wird das Handeln bestimmt durch
Gier, Dummheit, Ignoranz, Geltungssucht, Kriminalität, Verdauungsprobleme, ..., und
beängstigend wenig Vernunft (eine Hausfrau hat oft mehr davon als ein
Bankvorstand). Deshalb versagen die schönen volkswirtschaftlichen Modelle ja
auch immer wieder so monumental.
- Gier frißt Hirn!
- Es gibt keine absolut sicheren Anlagen!
- Langjährigen Freunden bringen wir natürlich Vertrauen entgegen.
Doch worauf vertrauen wir? Daß uns diese nicht absichtlich schaden wollen? Ja!
Daß uns diese in finanziellen Dingen stets die richtigen Ratschläge geben?
Doch wohl eher nicht so sehr. Aber wenn meine Freunde in kurzer Zeit tolle
Gewinne gemacht haben? Dann am besten gar nicht!
- Wenn Sie Ihre Freunde behalten wollen, machen Sie mit Ihnen keine
Geschäfte!
- Banken und Versicherungen wollen nur Ihr Bestes: Ihr Geld. Geben sie ihnen
nicht zu viel davon!
- Das geile, in Billiglohnländern produzierte Schnäppchen, das Sie
heute kaufen, kostet morgen Ihren Arbeitsplatz oder den Ihrer Mitbürger. Das
Unternehmen macht das Gleiche wie Sie selbst: es kauft (die Arbeitskraft) dort
ein, wo sie am billigsten ist. Verglichen mit der Gnadenlosigkeit mancher
Schnäppchenjäger (auch eine Form von Gier!) sind (zumindest manche)
Unternehmen noch karitative Einrichtungen! Falls Sie zu den Schnäppchenjägern
gehören, mein Vorschlag: machen Sie Urlaub in einem Billiglohnland! Schauen
Sie sich an, wie die Arbeitnehmer dort leben. Das ist die Zukunft, auf die Sie
hinarbeiten!
Wenn Sie nach Lektüre dieser Seite verständlichen Zorn verspüren, dann lassen
sie diesen nicht an ihrem "Berater" aus. Die meisten dieser Menschen sind nicht
mit dem Ziel Bankkaufmann/Bankkauffrau geworden, mit manchmal kriminellen
Drückermethoden um jeden Preis Verträge zu verkaufen. Sie werden von ihren
Vorgesetzten mit unglaublichem Druck dazu gezwungen. Und sie riskieren ihren
Job, wenn sie deren Vorgaben nicht erfüllen.
Verschaffen Sie sich die Nummer dieser Vorgesetzten in der Bankzentrale.
Sagen Sie diesen Herren Ihre Meinung! Lassen Sie sich von ersten patzigen
Antworten nicht abschrecken. Diese Herren wissen genau, was sie tun und daß sie
ggf. gegen das Gesetz verstoßen. Sie wissen auch, daß sie vor Gericht keine
Chance hätten, damit durchzukommen. Und sie verstehen tendenziell nicht mehr von
Finanzgeschäften als der Durchschnittsbürger. Wenn Sie sich wehren, helfen Sie Ihrem
"Berater" und Sie werden sich besser fühlen. Wenn sich genügend Kunden wehren,
dann funktioniert das "Geschäfts-"Modell nicht mehr.
Mehr kritische Kunden - das wäre gut für uns alle! Und nicht vergessen:
leben und leben lassen!
Letzte Änderung am
21.01.10
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